Fünf Feuerwehren der Samtgemeinde Dörpen proben Ernstfall beim Umspannwerk in Heede

Mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften rückten die Feuerwehren Heede, Dersum, Dörpen, Kluse und die Werkfeuerwehr Nordland Papier zu einem Brand beim Umspannwerk an der Deichstraße aus.

Jsie Heede. Zu dem Großaufgebot mit über 130 Einsatzkräften zählte auch die Technische Einsatzleitung Nord (TEL) des Landkreises Emslandes, sowie die Schnelleinsatzgruppe (SEG) des DRK Werlte-Lathen. Um 18.43 Uhr läuft bei der Leitstelle Meppen ein Alarm der Brandmeldezentrale aus der Konverterstation „DolWin2“ auf. Die Freiwillige Feuerwehr Heede rückt daraufhin mit drei Fahrzeugen aus. Beim Eintreffen der Feuerwehr Heede stellte sich heraus, dass es bereits eine Explosion im Konvertergebäude gegeben hat und eine starke Rauchentwicklung von weitem zu sehen war. Aufgrund dieser Lage entschied sich Einsatzleiter Rainer Wegmann umgehend die Feuerwehren Dersum, Dörpen, Kluse, sowie die Werkfeuerwehr Nordland Papier mit dem Einsatzstichwort „F5_gesamte Gemeinde“ nachalarmieren zu lassen. Nach Alarm-und Ausrückeordnung werden zeitglich die TEL und die SEG mitalarmiert.

Dem Übungszenario zur Folge gab es eine schwere Explosion im Konvertergebäude, wodurch mehrere befindende Personen im Gebäude verletzt wurden. Aufgrund der starken Druckwelle der Explosion stürzte ein Mitarbeiter, der mit Wartungsarbeiten beschäftigt war, auf dem Dach des Gebäudes schwer und konnte dieses nicht mehr eigenständig verlassen. Das zum Kühlen des Konverters benötigte Öl lief aus und musste vor Brandausbreitung geschützt werden.

Für eine strukturierte Vorgehensweise bei solchen Einsatzszenarien, wurden vier Einsatzabschnitte seitens der Technischen Einsatzleitung festgelegt. Ein Verletztensammelplatz wurde eingerichtet und eine Funkkanaltrennung je Einsatzabschnitt durchgeführt. Im Einsatzabschnitt 1 wurde die Löschwasserversorgung für das Werksgelände mit Pumpen der Feuerwehren Dersum, Kluse und der Werkfeuerwehr Nordland Papier aus Tiefenbrunnen sichergestellt, sodass alle Hydranten auf dem Werksgelände mit Löschwasser versorgt wurden. Die Aufgabe des Einsatzabschnitts 2 war es das in einem Regenrückhaltebecken ausgelaufene Öl vor der drohenden Brandausbreitung zu schützen. Hierzu wurde ein Schaumteppich aus Übungsschaum mittels Schaumwerfer der Feuerwehren Dersum und Heede über das Öl gelegt, sodass das Feuer nicht mit dem Öl in Kontakt kommen konnte.

Einsatz unter realistischen Bedingungen

Im Einsatzabschnitt 3 galt es mehrere vermisste Personen in dem mit Disconebel verqualmten Konvertergebäude zu retten. Hierfür suchten mehre Atemschutztrupps der Feuerwehren Dörpen und Kluse das Gebäude mit Wärmebildkameras ab. Nach kurzer Zeit konnten zwei Personen gefunden und mit Hilfe einer Fluchthaube über ein Rettungstuch aus dem Gefahrenbereich gerettet werden.

Personenrettung mittels Drehleiter vom Dach

Die Person die sich bei dem Sturz auf dem Dach schwerverletzt hatte musste über die Drehleiter der Feuerwehr Dörpen im Einsatzabschnitt 4 gerettet werden. Hierfür wurde die verletzte Person mit Hilfe einer Schleifkorbtrage vom Dach heruntergelassen und dem Rettungsdienst übergeben. Des Weiteren suchte die Feuerwehr Heede in Büros bei der Brandmeldezentrale nach weiteren verletzten Personen. Hier wurden mehre leichtverletzte Personen gefunden und mit dem Rettungsdienst zum Verletztensammelplatz für die Weiterversorgung befördert.

Bei der Abschlussbesprechung im Haus des Bürgers in Heede machte Dörpens stellvertretender Gemeindebrandmeister Gerd Gruber deutlich, dass die Übung trotz des schwierigen Einsatzumfeldes gut geklappt habe. Er dankte ebenso wie der Heeder Ortsbrandmeister Rainer Wegmann den Verantwortlichen des Betreiberunternehmens Tennet und den Anlagenverantwortlichen Stefan Eilers für die aus seiner Sicht vorbildliche Zusammenarbeit. Die Ausarbeitung des Übungsszenarios durch die Feuerwehr Heede unter Federführung von Rainer Wegmann und dem Planungsteam habe ihm gefallen. Ein großer Dank galt der Firma Tennet, die extra für diese Übung 600 Liter Übungsschaum zur Verfügung gestellt hatte. Der Rest des Übungsschaums kann nun für weitere Übungen verwendet werden.

Beeindruckt vom Übungsverlauf zeigten sich der stellvertretende Abschnittleiter Nord Hans-Bernd Ahlers, der Dörpener SG-Bürgermeister Hermann Wocken, die zusammen mit Heedes Bürgermeister Antonius Pohlmann den Einsatz beobachteten.

Bilder:

 

Feuerwehr für Groß und Klein – Tag der offenen Tür 2019

Jsie Dörpen. Mehrere hundert Interessierte fanden den Weg zum Feuerwehrhaus Dörpen an der Rägertstraße. Hier fand der diesjährige Tag der offenen Tür im Zuge des Ferienpasses der Samtgemeinde Dörpen statt. Nicht nur die Kinder kamen bei dem vierstündigen Programm auf Ihre Kosten. Rund um das Feuerwehrhaus verkauften die Kinder auf dem Kinderflohmarkt ihre nicht mehr benötigten Spielzeuge. Großer Andrang war auch beim Feuerwehrauto fahren. Hier hatten die Kinder die Möglichkeit einmal mit einem großen Feuerwehrauto mitzufahren. Bei der knapp ein Kilometer langen Strecke konnten sich die Kleinen wie echte Feuerwehrmänner- und Frauen fühlen. Die Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) des Malteser Hilfsdienstes stellten ihre Fahrzeuge und Gerätschaften auf dem Gelände rund um die Feuerwache aus. Hier konnten beispielsweise Kinder mal in einem Krankenwagen gehen und sich alles genau angucken. In diesem Jahr standen viele verschiedene Übungen aus den Bereichen Brandschutz und Hilfeleistungen auf dem Programm. Mit der Drehleiter wurde das Feuerwehrboot angehoben und symbolisch zu Wasser gelassen. In Zusammenarbeit mit der SEG wurde die Krankentrage auf der Drehleiter montiert und gezeigt, wie Personen aus Höhen gerettet werden können. Bei einer weiteren Übung wurden verschiedene Pumpen zur Wasserförderung oder zum Leerpumpen von vollgelaufenen Kellern gezeigt. Der fehlerhafte Versuch einen Fettbrand mit Wasser zu löschen zeigte die enorme Brandausbreitung. Der richtige Umgang bei einem solchen Brand wurde ausführlich beschrieben.

Moderator Ralf Sievers erklärte jeden einzelnen Schritt der Einsatzkräfte, um den Besuchern die Arbeit der Feuerwehr zu erläutern. Gegen halb fünf stand die letzte große Übung auf dem Plan. Auf dem Gelände einer Reinigungsfirma gegenüber der Feuerwache brannte ein Container mit Holzpaletten in voller Ausdehnung. Die Rettungsleitstelle in Meppen löste mit dem Einsatzstichwort „F2 - brennt Container“, die Digitalmeldeempfänger der Feuerwehrleute aus. Die für die Übung eingeteilten Kameraden eilten zu ihren Spinten, zogen sich in Windeseile um und besetzten die Einsatzfahrzeuge. Mit Blaulicht und Martinshorn fuhren die Feuerwehrleute einmal durch das Gewerbegebiet und trafen dann am Einsatzort gegenüber dem Feuerwehrhaus ein. Die Einsatzkräfte bauten ein Hydroschild auf, um die enorme Hitzestrahlung auf die angrenzende Halle zu verhindern. Unter schwerem Atemschutz ging ein Trupp vor um den Brand zu löschen und zeigte den Zuschauern wie die Einsatzkräfte sich mit Hilfe von Hohlstrahlrohren gegen die enorme Hitzeentwicklung schützen können. Bei dieser Übung konnten die ersten Einsatzkräfte den Brand nicht löschen, sodass das Feuer mit Hilfe von Wasserwerfen gelöscht werden musste. Dafür wurde der Wasserwerfer des ein Jahr alten Tanklöschfahrzeugs mit 4000 Liter Wassertank benutzt. Dieser Wasserwerfer hat eine Wurfweite von knapp 70 Meter. Des Weiteren wurde das Wenderohr der Drehleiter aufgebaut und ebenfalls eingesetzt um den Container zu löschen. Aus großer und sicherer Entfernung konnte das Feuer in kürzester Zeit gelöscht werden.

Mit Applaus bedankten sich die vielen Zuschauer für das unterhaltsame Programm. Für das leibliche Wohl sorgte eine große Auswahl selbstgebackener Kuchen, frische Waffeln, Softeis und Wurst vom Grill. In der Fahrzeughalle fand das Kinderschminken statt. Bei einer Tasse Kaffee hatten die Besucher viel Platz und Zeit sich auszutauschen. Gegen 18 Uhr endete der diesjährige Tag der offenen Tür. Die Feuerwehr Dörpen bedankt sich bei allen Helfern und Unterstützern, die diesen Tag mitgestaltet haben.

 

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